Jahresbericht des Vorsitzenden Dr. Henning Ibs

gehalten auf der Jahreshauptversammlung des Vereins

am 18. Februar 2017 in Sarzbüttel.

Der Redaktionsausschuss der „Zeitschrift Dithmarschen“ unter der Leitung unseres Vorstandsmitglieds Dr. Dieter Kienitz hat sich im vergangenen Jahr viermal getroffen, um vier Ausgaben der Zeitschrift vorzubereiten. Das Ergebnis ist für Sie, liebe Mitglieder, so augenfällig und greifbar, dass ich darüber nichts zu erzählen brauche. Ich möchte in diesem Zusammenhang nur zwei Dinge tun: Zum einen möchte ich - obwohl dies aus dem Impressum einer jeden Ausgabe ersichtlich ist - noch einmal diese fleißigen sechs Personen benennen, zu denen neben den Vorstandsmitgliedern Anneliese Peters und Walter Denker auch der frühere Vorsitzende unseres Vereins, Dr. Stein, sowie Dr. Volker Arnold und Herr Rudolf Meisterjahn gehören. Darüber hinaus möchte ich in Erinnerung rufen, dass diese Arbeit zwar ausgesprochen kenntnisreich und kreativ, allerdings ehrenamtlich geleistet wird. An dieser Stelle möchte ich mich - und ich glaube, dass ich auch in Ihrer aller Namen spreche - bei dem gesamten Redaktionsteam sehr herzlich für diese tolle Arbeit bedanken.

Das waren schon einmal ein paar Zahlen. Mit Zahlen geht es weiter: Der Vorstand besteht aus 12 Personen und einer ganzen Reihe von arbeitsamen „Trabanten“. Insgesamt hat der Vorstand auf sieben Sitzungen 39 förmliche Tagesordnungs-punkte abgearbeitet und sich daneben mit mindestens genau so vielen Aspekten, die nicht den Weg in einen förmlichen Tagesordnungspunkt gefunden haben, beschäftigt. Herausgekommen ist dabei eine ganze Menge, wenngleich vieles davon für Sie, liebe Mitglieder, nur von geringem Interesse sein dürfte. Wir haben - insbesondere Jürgen und Hella Christiansen - eine Vielzahl von Anfragen von verschiedensten Stellen beantwortet und Beschlüsse über verschiedene kleinere Förderungen von Projekten gefasst, so zum Beispiel in Bezug auf das Werk des aus Heide gebürtigen amerikanischen Karikaturisten Gustav Dierks, der Erstellung der Chronik von Wallen und der Unterstützung der Gedenkstätte Gudendorf.

Und der Verein war präsent. Er hat teilgenommen am Dithmarschentag in Heide am 3. September 2016, an den Apfeltagen am 8. und 9. Oktober 2016 im Landwirtschaftsmuseum und am Weihnachtsmarkt, der am 26. und 27. November 2016 im Dithmarscher Landesmuseum ausgerichtet wurde. Bei Gelegenheit dieser Veranstaltungen gab es viele interessante Gespräche und es ist sogar gelungen, einige neue Mitglieder zu gewinnen. In diesem Zusammenhang: Wir haben uns Gedanken gemacht, wie man den Verein auf solchen Veranstaltungen besser präsentieren kann. Vielleicht spielte dabei auch eine Rolle, dass mein schon etwas in die Jahre gekommenes Gesicht nicht unbedingt ein Werbeträger für den Verein ist. Dies hat uns dann veranlasst, zwei aussagekräftige Werbetafeln für den Verein in Auftrag zu geben, ich nenne sie einmal „Rollos“, weil man sie wie ein Rollo auseinander- und wieder zusammenrollen kann, was den Transport sehr vereinfacht.

Für die Ausgestaltung zeichnen Volker Jansen und Dr. Dieter Kienitz verantwortlich und ich finde, dass es sich dabei um eine tolle Präsentation des Vereins handelt. Sie haben diese beiden „Rollos“ schon im Eingangsbereich sehen können. Darüber hinaus hatte der Verein Besuch einer Genealogentruppe aus Neumünster, die eine Dithmarschen-Rundreise machten. Wolfgang Schulz hat ihnen dabei unser Archiv in Marne gezeigt. Die Teilnehmer dieser Runde waren von dieser Einrichtung sehr beeindruckt. Dieser gute Eindruck verstärkte sich noch nach dem Besuch des Marner Skatclubmuseums mit erstklassiger Führung durch Frau Reese und erreichte seinen Höhepunkt mit der Besichtigung der Dithmarscher Brauerei und der Verköstigung der hergestellten Flüssigkeiten. Jedenfalls schrieb d

er Vorsitzende einen schweren Dankesbrief!

Vor etwa einem Jahr hatte ich Ihnen einen Ausblick auf die Pläne des Vorstands für das Jahr 2016 gegeben, nämlich die Neugestaltung des Werbefaltblatts, die Vorbereitung einer Aufstellung der historischen Apfelmodelle, die Optimierung des Histour-Systems und die Veröffentlichung von Thomas Giesenhagen: Dithmarschen unterm Danebrog. Was ist daraus geworden?

Unser neues Werbefaltblatt ist fertig. Es liegt auf den Tischen aus. Sie werden es schon in Augenschein genommen haben. Es unterscheidet sich nicht wesentlich von der früheren Ausgabe. Gleichwohl steckt eine ganze Menge Arbeit darin. Wo wir gerade bei diesem Werbefaltblatt sind: Der Vorstand hat in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von Maßnahmen probiert, um neue Mitglieder zu gewinnen. In jedem Jahr verlieren wir - meistens altersbedingt - etwa 30 Mitglieder und etwa 30 neue kommen hinzu. Damit halten wir gerade den Stand und haben bei rund 600 Mitgliedern alle zehn Jahre die Hälfte der Mitglieder erneuert. Wir würden gerne mehr Mitglieder haben. Das würde auch unsere finanzielle Basis etwas stärken. Es hat sich allerdings gezeigt, dass eine Mitgliederwerbung nur aufgrund persönlicher Ansprache funktioniert und da wir vom Vorstand fast nur Leute kennen, die schon Mitglied unseres Vereins sind, ist unser Potential nahezu erschöpft.

Wie also könnten wir dem Ziel eines leichten Mitgliederzuwachses näher kommen? Wir vom Vorstand würden Sie sehr herzlich bitten, sich mit mindestens zwei oder drei Werbefaltblättern auszustatten und zu versuchen, zumindest ein neues Mitglied zu gewinnen. Wenn dies nur jedem zweiten von Ihnen gelingen würde, würden wir bald rund 30 neue Mitglieder haben. Das würde uns schon einmal weiterbringen, genau so wie es uns weiter gebracht hat, dass durch die Bildung des Arbeitskreises Genealogie inzwischen rund 30 neue Mitglieder zu verzeichnen sind. Noch einmal also die herzliche Bitte: Nehmen Sie einige Werbefaltblätter mit und sprechen Sie Menschen an, die mit Dithmarschen verbunden sind und denen die Landeskunde eine kleine Herzensangelegenheit mit Wachstumspotential ist. Dann gelingt es vielleicht, den Mitgliederbestand nicht nur zu halten, sondern sogar noch wachsen zu lassen.

Thema Apfelmodelle. Ich hatte auf der letzten Jahreshauptversammlung berichtet, dass wir eine Spende von der Stiftung der Dithmarscher Volks- und Raiffeisenbank in Höhe von € 1.450,00 erhalten hatten. Wir hatten geplant, davon leicht zu transportierende Austellungsvitrinen für eine geplante Dauerausstellung von historischen Apfelmodellen zu kaufen. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass nach wie vor die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein Eigentümerin dieser historischen Apfelmodelle ist, sie allerdings an den Kreis Dithmarschen bzw. das Dithmarscher Landesmuseum verliehen hat. Das stellt sich für den Verein als durchaus positiv dar. Hätten nicht wir diese historischen Apfelmodelle vom Kreis Dithmarschen entliehen, wären wir in der Pflicht gewesen, sie angemessen zu versichern, was nicht unerhebliche Kosten ausgelöst hätte.

Auch so haben wir nach Absprache mit dem Dithmarscher Landesmuseum den Zugriff auf diese Modelle und werden auch eine Ausstellungsreihe auf die Beine stellen. Diese Ausstellungen werden allerdings vermutlich erst im kommenden Frühjahr, also in etwa einem Jahr, beginnen. Der Grund liegt darin, dass zunächst das „Apfelbuch“ fertig sein muss. Für das Buch sind schon viele Fotos der historischen Äpfel gefertigt worden. Dr. Klaus-Jürgen Paulsen, Malte Reichert und Walter Denker schreiben fleißig daran. Die Vorstellung des Buches wird in einigen Monaten, möglicherweise in einer Veranstaltung im Dithmarscher Landesmuseum, erfolgen. Regelrecht erscheinen wird es mit dem Herbstprogramm des Verlages. Dieses Buch soll auch als Führer durch die geplante Ausstellung dienen. Die Ausstellungsvitrinen allerdings werden wir dann nicht mehr kaufen, sondern sehen, dass wir mit vorhandenem „Mobiliar“ auskommen.

Noch etwas langsamer wird sich das Projekt „Neugestaltung HISTOUR“ umsetzen lassen. Es besteht aus einer ganzen Reihe von verschiedenen, unterschiedlich umfangsreichen und teuren Einzelschritten. Die Bestandsaufnahme ist nahezu abgeschlossen. Es hat sich gezeigt, dass eine ganze Reihe von Schildern, allerdings weniger als erwartet, körperlich beschädigt sind. Allerdings sind doch viele der Schilder nicht mehr aktuell. Insofern werden viele Schilder erneuert werden müssen, obwohl sie unbeschädigt sind. Dazu ist die Herstellung von entsprechenden Folientafeln erforderlich. Den Austausch und die Installation wollen wir mit Bordmittelnl, also mit eigenen handwerklich geschickten Vorstandsmitgliedern ausführen.

Dann soll gerne auch noch der HISTOUR-Führer erneuert werden; dies ist in dem großen Projekt ein eigenes Großprojekt. Am Ende sollen auch die Übersichtskarten, von den es etwa zehn bis zwölf gibt, aktualisiert werden. Die Bestandsaufnahme haben wir – wie bereits gesagt – überwiegend abgeschlossen. Nun finden erste Koordinierungsgespräche mit dem Kreis Dithmarschen statt. Auf der nächsten Jahreshauptversammlung wird von den Fortschritten berichtet werden können.

Letzter Punkt: Im vergangenem Jahr habe ich von der geplanten Veröffentlichung von Herrn Giesenhagen berichtet, der sich mit dem Kirchspielsvogt Harders aus Nordhastedt beschäftigt und dieses Leben in die Regionalgreschichte des 18. Jahrhundert eingebettet hat. Urspünglich hatte der Verlag Boyens & Co. ein großes Interesse an der Veröffentlichung des Buches „Dithmarschen unterm Danebrog“. Trotz der Zusage eines großzügigen Druckkostenzuschusses allerdings gelang es nicht, die gesamten Kosten für eine Veröffentlichung zusammen zu bringen. Tja: Gelobt sei unsere Schriftenreihe, die von Wolfgang Schulz betreut wird. So ist es gelungen, dieses Buch über books on demand zu veröffentlichen. Auf dem Büchertisch werden sie in der Pause die druckfrischen Exemplare zum Preis von 15,99 € - sie dürfen auch 16,00 € geben – finden. Damit Sie einen Eindruck von diesem Buch erhalten, wird Herr Giesenhagen es Ihnen gleich kurz vorstellen.

Damit, meine Damen und Herren, endet mein Bericht des Vorsitzenden, der sich auf die groben Züge beschränkt hat. Über weitere Details der Vorstandsarbeit werden nun meine Kollegen berichten, zunächst Malte Reichert über unser Archiv. - Vielen Dank

 

Von Apfelmodellen, Archivarbeit und Buchveröffentlichungen (2016)

Rückblick auf ein aktives Jahr 2015: Jahreshauptversammlung des Vereins für Dithmarscher Landeskunde

Schalkholz  - Ob Archivarbeit, der Umgang mit seltenen Apfelmodellen, historische Wanderungen, der Einsatz für Naturschutzgebiete oder die Herausgabe von interessanten Veröffentlichungen – der Verein für Dithmarscher Landeskunde (VDL) und seine gut 600 Mitglieder können auf ein aktives Jahr zurückblicken. Das wurde auf der Jahreshauptversammlung in der Schalkholzer Gaststätte „Schützenhof“ deutlich. Nach den Grußworten von Kreispräsident Hans-Harald Böttger und Manfred Lindemann, Bürgermeister von Schalkholz und Amtsvorsteher des Amtes Eider, ließ der Vereinsvorsitzende, Dr. Henning Ibs, das vergangene Jahr noch einmal Revue passieren.
Dabei hob Dr. Ibs unter anderem die zahlreichen Veröffentlichungen des VDL hervor, die von der Zeitschrift Dithmarschen über die „Edition Dithmarscher Landeskunde“ bis zu den Buchprojekten im Boyens Buchverlag reichen. In der Editionsreihe ist in diesem Jahr das Erdbuch des Hofes von Christian Köhler, Kleinhastedt/Süderhastedt, erschienen, das von Dr. Dieter Launert transkribiert und entsprechend kommentiert wurde. „Unsere vor einigen Jahren ins Leben gerufene Reihe ist ein regelrechter ‚Burner‘. Wir haben hier ein Veröffentlichungsforum für Texte geschaffen, die anderenfalls wahrscheinlich gar nicht gedruckt werden würde“, erläuterte Dr. Ibs.
Neu ist auch ein Arbeitskreis Genealogie, der unter Leitung von Heinrich Sievers in diesem Januar gegründet wurde und mittlerweile seine Arbeit aufgenommen hat. Unterdessen stößt die Sammlung von Apfelmodellen, die von Malte Reichert betreut wird, bundesweit auf großes Interesse. Der Verein plant daher gemeinsam mit dem Boyens Buchverlag die Herausgabe eines entsprechenden Bandes und will auch eine Dauer-Wanderausstellung ins Leben rufen.
Über die historischen Wanderungen, Ausflüge und die VDL-Jahresfahrt berichtete Anneliese Peters. Diesmal führt die mehrtägige jährliche Fahrt nach Halle an der Saale. Die Reise sei zwar bereits ausgebucht, jedoch gebe es eine Warteliste, erklärte die stellvertretende Vereinsvorsitzende und wies noch einmal auf eine Tagesexkursion hin, die am Sonnabend, 25. Juni, nach Rendsburg führen wird.
Malte Reichert beschrieb anschließend plastisch die Arbeit im VDL-Archiv, die nicht selten auch mit körperlicher Arbeit verbunden sei. Gemeinsam mit Ulrich Mehlert und Volker Jansen werden große Mengen an Büchern und anderem Archivmaterial in Marne bewegt.
Auch die Bereiche Landschaftspflege und Naturschutz wurden auf der Jahreshauptversammlung thematisiert. Walter Denker ging dabei vor allem auf die vom Verein betreuten Gebiete Riesewohld und Weißes Moor ein. Besonders beim Weißen Moor nordöstlich von Neuenkirchen stehen demnächst umfangreiche Arbeiten an, um eine Verbuschung des Areals zu vermeiden.  
Im Anschluss an die Versammlung referierte Dr. Volker Arnold über das Thema „Brunnen und Ringwall: Zur Archäologie des Riesewohlds“. Dabei erläuterte er die Erkenntnisse über frühe Besiedlungen, die durch jüngste Ausgrabungen gewonnen werden konnten.
Die Vorstandswahlen hatten zuvor keine Überraschungen gebracht. Der Vorstand setzt sich jetzt so zusammen: Dr. Henning Ibs (Vorsitzender), Anneliese Peters (stellvertretende Vorsitzende), Wolfgang W. Schulz (Schriftführer), Walter Denker (Bereich Natur und Umwelt), Ulrich Mehlert (Schatzmeister), Jürgen Christiansen (stellvertretender Schatzmeister), Dr. Dieter Kienitz (Redaktionsleiter Zeitschrift Dithmarschen), Dr. Dietrich Stein (Ehrenvorsitzender) sowie die Beisitzer: Hans Harald Böttger, Oliver Kumbartzky, Jürgen Reimer, Malte Reichert, Volker Jansen (neu gewählt).Außerdem wurde Rolf Michaelsen neben Hans-Peter Peters zum Kassenprüfer gewählt

vorstand2016
Der Vorstand des Vereins für Dithmarscher Landeskunde (v. li.): Dr. Dieter Kienitz, Dr. Henning Ibs, Wolfgang W. Schulz, Jürgen Christiansen, Hans Harald Böttger, Volker Jansen, Walter Denker, Malte Reichert, Anneliese Peters, Jürgen Reimer, Ulrich Mehlert. Heinrich Sievers (re.) leitet den Arbeitskreis Genealogie. Nicht im Bild: Oliver Kumbartzky. (Foto: VDL/Georgi)

Histour-Wanderung am Nord-Ostsee-Kanal
Die nächste Histour-Wanderung am Sonnabend, 13. Juli, führt an der Ostseite des Nord-Ostsee-Kanals entlang. Dr. Volker Arnold vom Verein für Dithmarscher Landeskunde hat eine Route vorbereitet, die als Rundweg zum „Dreibrückenblick“ dient. Dabei ist festes Schuhwerk erforderlich, da der Rückweg teilweise auf halber Böschung vorgesehen ist. Treffpunkt um 14.30 Uhr ist der etwas versteckte Parkplatz Kanalstraße in Grünenthal halb unter der Brücke, also auf der Ostseite des Kanals. Im Anschluss an die Wanderung ist ein gemeinsames Kaffeetrinken vorgesehen. Die Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung nicht erforderlich.


Verein für Dithmarscher Landeskunde sucht „Hofbücher“

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